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IARF

Gewissensfreiheit auch auf persönlicher Ebene zu realisieren, dies war die Motivation zur Gründung des Schweizerischen Vereins für freies Christentum mit ihren Zürcher Akteuren. Der Verein hat sich von Beginn international ausgerichtet. So hat er 1900 den weltweit ersten internationalen Verein gegründet, der sich für Religionsfreiheit, Toleranz und die Menschenrechte einsetzte: die Internationale Vereinigung für Religionsfreiheit.

Libref Schweiz hat 1901 in Genf und 1961 in Davos die Generalversammlungen von IARF empfangen.

IARF, gegründet 1900, ist eine internationale Vereinigung von 76 Vereinen in 26 Ländern. IARF hat seit 1996 bei den Vereinten Nationen den privilegierten Status eines „allgemeinen Beraters“ („general consultativ status“) in den Organisationen der ECOSOC, des Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen, einen Status, den sie mit nur 147 weiteren weltweit tätigen NGO’s teilt. IARF kann so direkt im Menschenrechtsrat am Uno-Sitz in Genf Menschrechtsarbeit verrichten.

Heute vertreten der Präsident von libref Schweiz, Rechtsanwalt Jean-Claude Cantieni, und Pfarrer Res Peter, Präsident von libref Zürich, den IARF an der UNO in Genf. Siehe Iarf.net


Libref durch IARF am Menschenrechtsrat in Genf

Libref, als Schweizerischer Verein für Freies Christentum, ist Gründungsmitglied einer der ältesten internationalen Nichtregierungsorganisationen im Bereich der Religion, dem IARF, die sich für Religionsfreiheit und Menschenrechte einsetzt. Als Beobachter im Menschrechtsrat in Genf hilft IARF mit, dass Religions- und Gewissensfreiheit als weltweit wichtiges Thema auf den Agenden von Regierungen und der Weltöffentlichkeit bleiben.

IARF mit allgemeinem Beraterstatus
IARF, die International Association for Religious Freedom, gegründet 1900, hat am Menschrechtrats der UNO in Genf einen generellen konsultativen Status. Diesen Status teilt sie mit nur rund 150 weiteren Nichtregierungsorganisationen weltweit. Dieser allgemeine Beraterstatus erlaubt es IARF, im Menschenrechtsrat beizusitzen. Dort kann sie zuhören, wie Staaten ihre Berichte über den Zustand etwa der Religionsfreiheit abgeben. IARF kann schriftliche Eingaben machen oder kurze mündliche Stellungnahmen abgeben, die dann als offizielle Dokumente der Vereinten Nationen aufgenommen werden. Es wird IARF auch erlaubt, sogenannte „Side events“ zu organisieren, wenn der Menschrechtsrat tagt. Damit kann sie Vertreter von Regierungen und Menschenrechtslobbysten und Vertreter der Zivilgesellschaft zusammenbringen, um über Verstösse gegen das Menschenrecht der Religionsfreiheit zu diskutieren. Regierungsvertreter sind auf solche unabhängigen Informationen angewiesen, da offizielle Stellungnahmen von Regierungen kaum solche Verstösse zugeben.

IARF hat zu diesem Zweck offizielle Vertreter in Genf. Hauptvertreter ist Morse Flores, ein Menschrechtsaktivist aus den Philippinen, der aus eigener Erfahrung den Kampf für die Rechte von Ureinwohner kennt. Der reformierte Pfarrer Andreas Peter aus Zürich sowie der Präsident des Schweizerischen Vereins für Freies Christentum, Rechtsanwalt Jean-Claude Cantieni, sind die zwei weiteren Vertreter von IARF in Genf. Dr. John Taylor, der massgeblich am Aufbau des Menschrechtsrates mitgeholfen hat, wirkt altershalber nur noch sporadisch mit. Ihnen zur Seite stehen jeweils eingeladene Gäste und Freiwillige, die sich an der Menschrechtsarbeit und ihren Aspekten für die Religionsfreiheit beteiligen. In welchen Mechanismen können sie das tun?


Mechanismen des Menchenrechtsrates
IARF und ihre Vertreter können sich auf drei Ebenen in der Arbeit des Menschenrechtsrates einbringen: 1. Während den Versammlungen des Rates. 2. bei der Beratung und Diskussion der „Universellen Periodischen Überprüfung» («Universal Periodic Review» UPR) der Staaten durch den UNO-Menschenrechtsrat. 3. auf informeller Ebene, in Organisieren und Teilnehmen von Diskussionen und Veranstaltungen am Rande der offiziellen Versammlungen, sogenannten „Side Events“, die sich nicht an die stark reglementierten Redezeiten der offiziellen Versammlungen halten müssen.

Teilnahme an den UPR-Verfahren
IARF hat sich schon an mehreren periodischen Überprüfungen der Menschenrechtslage einzelner Länder beteiligt. Im UPR-Verfahren, das ein Land periodisch alle vier Jahre überprüft, können alle anderen Staaten dem zu überprüfenden Staat Empfehlungen zur Verbesserung ihrer Menschenrechtspolitik und -situation abgeben. Der betroffene Staat kann jede einzelne Empfehlung akzeptieren oder ablehnen. Nichtregierungsorganisationen wie IARF können dazu eigene Berichte über die Menschrechtssituationen im Vorfeld abgeben. Sie können auch mit Regierungsvertretern anderer Länder Kontakt aufnehmen, um diese zu bewegen, Fragen in Hinblick auf die Situation der Religionsfreiheit zu stellen. IARF hat sich in der jüngeren Vergangenheit an der Überprüfung der Länder wie die Schweiz, Russlands, oder Pakistans beteiligt. Der Einfluss einer Organisation in diesen Verfahren darf nicht überschätzt werden. Es ist diesen Verfahren eigen, dass sie langsam, dafür kontinuierlich und eben regelmässig sind. Die Stärke einer Nichtregierungsorganisation wie IARF besteht darin, diese Prozesse stetig zu begleiten, und Stimmen vor Ort, wie etwa in Pakistan, einzubringen.

Austausch mit dem Uno-Sonderbeauftragten für Religionsfreiheit
Als Beispiel für die Arbeit von IARF sei hier die Organisation für einen interaktiven Dialog mit dem Uno-Sonderbeauftragten für Religionsfreiheit, dem deutschen Professor Heiner Bielefeld, erwähnt. Nachdem der Sonderbeauftragte vor der Vollversammlung des Menchenrechtsrates seinen jährlichen Bericht und seine Empfehlungen abgeben hat, wurde er zu einem interaktiven Dialog eingeladen. Organisiert wurde dieses Treffen durch das Komitee für „Religionsfreiheit“ der CoNGO, der Konferenz der Nichtregierunsorganisationen an der Uno, in der IARF aktiv mitarbeitet. An diesem Treffen machte der Sonderbeauftragte klar, dass die Frage der Religionsfreiheit im Rahmen der allgemeinen Menschenrechte eher stiefmütterlich behandelt wird. Er betonte, dass hier noch viel Arbeit getan werden muss. Insbesondere zählt er auf die Mithilfe und Unterstützung von Nichtregierungsorganisationen wie IARF, sowie die nationale und lokale Arbeit von Organisationen vor Ort. Nur so könne, in kleinen, geduldigen Schritten, die Freiheit zur Ausübung der Religion und die Gewissensfreiheit weltweit gewährleistet werden.

Pfr. Andreas Peter, Zürich
Präsident prolibref Zürich